Lernseminar in neuer Form

DIESSEN. — An den letzten drei Samstagen hatten die Schülerinnen der drei fünften Klassen der Mädchenrealschule Dießen wie jedes Jahr die Gelegenheit, zusammen mit ihren Eltern mehr über den Prozess des Lernens zu erfahren. Zum ersten Mal arbeitete dabei die Mädchenrealschule mit dem Gymnasium St. Ottilien zusammen, wo ebenfalls seit mehreren Jahren ein Lernseminar stattfindet.
Die beiden Lehrkräfte Andreas Pimpl (Dießen) und Michael Häußinger (St. Ottilien) gaben den zahlreich erschienenen Eltern und Schülern Tipps und Tricks zum Thema Lernen. Durch die Teamarbeit der Lehrkräfte war es jetzt möglich, zeitweise Eltern und Schülerinnen zu trennen, um so die Inhalte für die einzelnen Gruppen optimal aufzubereiten. Ausgehend von der Problematik, der Kinder zu Beginn einer weiterführenden Schule ausgesetzt sind, werden Strategien erarbeitet, die einen erfolgreichen Schulwechsel erleichtern sollen.
Zunächst ging es um die Organisation des Arbeitsplatzes und der Arbeitsmittel. Schülerinnen mussten dazu einen nachgestellten Schreibtisch aufräumen und erfuhren z. B., dass man Luftballons mit schwierigen Vokabeln beschriften kann und bei Erfolg platzen lässt.
Mit Hilfe von Spielen und eines Lerntypentestes wurden Eltern und Schüler auf die Öffnung verschiedener Lernkanäle hingewiesen. Nicht nur Sehen und Lesen, sondern auch Hören, Schreiben und das Verknüpfen mit Gesten, Bildern und Orten führt zu einer besseren Merkfähigkeit. Dazu sind Zettel mit Lerntipps überall im Haus angebracht, die die Schülerinnen in der Pause suchen sollen. Selbstverständlich durften auch Ratschläge zur Vorbereitung auf Prüfungen wie der Spickzettel in der Schuhsohle und Tipps zum Verhalten vor und während Prüfungen nicht fehlen.
Nachdem die Lernpsychologie nachgewiesen hat, dass man bereits nach drei Tagen mehr als 80% von gelerntem Stoff vergessen hat, legten die Dozenten einen Schwerpunkt auf das Wiederholungslernen. Für Fremdsprachen empfiehlt hier M. Häußinger ein Karteikastensystem, das zwar Fleiß und Disziplin erfordert, aber mehr Erfolg verspricht als Vokabelhefte. An dieser Stelle zeigt sich auch die vorteilhafte Zusammensetzung des Teams, denn während M. Häußinger Deutsch und Fremdsprachen unterrichtet, ist A. Pimpl eigentlich Mathematik- und Physiklehrer. Nach einem anstrengenden Vormittag erhielten alle Schülerinnen eine Teilnehmerurkunde, obwohl manche Eltern der Meinung waren, auch sie hätten eine verdient gehabt.
Ab Samstag, 10. November, finden dann die Lernseminare in gleicher Form für die drei fünften Klassen des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums statt.

Ammerseekurier 12./13.10.2001


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