Allgemeine Lebenskompetenzen und Fertigkeiten (ALF)

Allgemeine Informationen

Ziel:

frühbeginnende Suchtprävention für die 5./6. Jahrgangsstufe, nicht in Form einer reinen Information, sondern durch Stärkung der protektiven Faktoren, die einer Suchtentwicklung entgegenwirken.

Als protektive Faktoren gelten:

ein positives Selbstbild,
Wertschätzung der eigenen Fähigkeiten,
Fähigkeit, mit Verlusten und Niederlagen fertig zu werden,
Kommunikationsfähigkeit,
soziales Verantwortungsbewusstsein,
emotionale Ausdrucksfähigkeit,
Genussfähigkeit,
Konfliktfähigkeit und Problemlösefähigkeit,
Fähigkeit, den eigenen Standpunkt zu vertreten und dem Gruppendruck zu widerstehen.

Hintergrund für dieses Projekt:

Entwickelt wurde das Projekt durch ein Lehrerteam des Gymnasiums Band Aibling zusammen mit dem Institut für Therapieforschung in München.

Unterschied zu anderen Präventionsprogrammen:

Erkenntnis, dass einer Sucht schon früh vorzubeugen ist,
Erkenntnis, dass eine sachliche Information über die Auswirkung von Rauchen, Alkohol und Drogen allein nicht den Sinn greift, weil dadurch eher das Interesse daran geweckt wird,
Abschreckung gelingt vielfach nicht, weil die Schüler über Drogen oft besser Bescheid wissen als der Lehrer, der davon abschrecken will. Übertreibende Darstellung der schlimmsten Auswirkungen überzeugt nicht.
Das Projekt setzt beim Schüler an, nicht bei der Droge.
Sucht wird heute als missglückter Versuch zur Lebensbewältigung verstanden. Damit ein solches Ausweichen nicht notwendig ist, will das Projekt die positiven Fertigkeiten aufbauen. Das Projekt ist also ein Verhaltenstraining.

Überblick über die Unterrichtseinheiten in den Klassen 5/6:

1) Einführung / sich kennen lernen
2) Sich wohl fühlen
3) Informationen zum Rauchen
4) Gruppendruck widerstehen I
5) Kommunikationsfertigkeiten und soziale Kontakte Teil I
6) Kommunikationsfertigkeiten und soziale Kontakte Teil II
7) Selbstsicherheit
8) Informationen zum Alkohol
9) Beeinflussung durch Medien / Werbung
10) Entscheidungen treffen / Problemlösung
11) Verbesserung des Selbstbildes
12) Freizeitgestaltung

1) Gruppendruck widerstehen II
2) Klassenklima verbessern
3) Problemlösung
4) Kommunikation / Freundschaften
5) Angst / Angstbewältigung
6) Positives Selbstbild II

Parallelen (Wiederholung und Vertiefung im zweiten Jahr);
Jede Unterrichtseinheit = eine Doppelstunde während der Unterrichtszeit.

Dass die Schutzfaktoren im Projekt garantiert werden können, garantieren bestimmte

Grundprinzipien des ALF-Projekts

Es geht darum, den eigenen Standpunkt zu finden und zu behaupten: Entsprechend ist ein Grundprinzip die Freiwilligkeit. Jeder ist sein eigener Redeboss, d.h. jeder entscheidet selbst, ob er zum Thema etwas sagen möchte oder nicht, wenn ja, wie viel. Auch Hausaufgaben, die es für jede UE gibt, sind freiwillig. Entscheidend ist aber jeweils zu wissen, warum ich etwas nicht will / nicht tue.

Entscheidend ist der Umgang. Dafür gibt es Gesprächsregeln. Jeder darf ausreden, niemand soll Kritik oder Spott fürchten müssen. Wichtig ist eine Atmosphäre, in der man sich gegenseitig achtet und vertraut.

Das Miteinander spiegelt sich im Stuhlkreis sowie in der Methodik wider. Vielfach geht es um Partner- bzw. Gruppenarbeit bzw. um Austausch.

Teamarbeit ist auch das Prinzip für die begleitenden Lehrkräfte. Üblich ist für jede Klasse ein Team von drei Lehrkräften, von denen jeweils zwei eine Einheit durchführen. Rolle der Lehrkraft: Moderator, nicht der/die Wissende. Sie bietet etwas an, schafft Gelegenheit, Erfahrungen zu machen.

Die UE liegen im Manual schriftlich ausgearbeitet vor, geben die Schritte der Einheite, benötigte Materialien, Kopiervorlagen sowie Zeitangaben an. Die jeweilige Klasse bestimmt, was das Ergebnis der Einheit ist, wie tief man einsteigt. Daher kein Druck, etwas vollständig erarbeiten zu müssen.

Bewusstsein für einen Intimbereich: Diskretion im Umgang mit dem, was im Projekt gesagt wird. Die ALF-Mappe ist persönlicher Bereich ( wie ein Tagebuch). Darauf sind auch die Eltern hinzuweisen.

Elemente der UE:

Hausaufgabenbesprechung: vorrangig geht es um den Austausch darüber, wie es einem dabei erging (je nach Thema Intimsphäre gewährt).
Thema der UE wird erarbeitet durch Rollenspiele, persönliche Reflexion, Gespräch in der Kleingruppe, im Plenum.
Auflockerung durch Enspannungsübungen (progressive Muskelentspannung), Traumreisen.
Abschließende Gesprächsrunde oder ein gemeinsames Bewegungsspiel.
Stellen der neuen HA.

Positive Nebeneffekte von ALF:

Selbsterkenntnis des Einzelnen,
Selbstbeobachtung geschult,
fähig, sich ein Urteil zu bilden,
Mut, sich zu äußern,
sensibler im Umgang miteinander (zuhören, Gesprächsregeln, Rücksicht),
Offenheit in der Klasse und gegenseitige Toleranz wachsen,
Gemeinschaftsgefühl (auch als Lehrkraft bekomme ich anderen Einblick, durch den Austausch miteinander auf anderer Ebene),
fähig, sich über längere Zeit hinweg auf ein Thema zu konzentrieren.

 

Schwester Monika Schmidt / Theresia-Gerhardinger-Gymnasium

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