Thomas Gerold - Abitur 1995

1. Wie war Ihr akademischer Werdegang?

- 1995 Abitur

- 2000 Magister in Philosophie

- 2001 Diplom in Katholischer Theologie

- seit 2001 Beginn des Promotionsstudiums in Katholischer Theologie

2. Welche Position/Funktion haben Sie heute inne?

Promovend in Katholischer Theologie (Dogmatik), Stipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung

3. Hat Griechisch Ihrer Meinung nach zwischen Bibel und Laptop überhaupt noch Platz?

Unbedingt! Gerade heute eröffnet Griechisch Zugänge zum Neuen Testament und vor allem zu den geistigen Traditionen der Antike, die für die Entwicklung unseres Denkens sehr wichtig sind. Das gilt sowohl für die antiken Philosophen – insbesondere Platon – wie auch für viele Griechisch schreibende Kirchenväter.

4. Welche Impulse kann Griechisch aus Ihrer Sicht zur Weiterentwicklung christlicher Schulen leisten?

Griechisch kann die Verbindung zu unseren geistigen Vorgängern herstellen. Das ermöglicht, sich mit unserer Tradition auseinanderzusetzen. Ohne diese Verbindung droht auch christlichen Schulen die Profillosigkeit. Mit dieser Verbindung können christliche Schulen besser die geistigen christlichen Traditionen in die heutige Zeit einbringen.

5. Mit welchen Argumenten würden Sie aus Ihrer heutigen Weltsicht Griechisch als 3. Fremdsprache empfehlen?

Für den Schüler sprechen mehrere Argumente für Griechisch. In einigen Studiengängen ist das Fach notwendig, z. B. in Theologie. Das Fach in der Schule zu lernen ist besser als in relativ kurzer Zeit in der Uni. In anderen Fächern, z. B. Philosophie ist es zumindest sehr hilfreich. Für diejenigen, die nach Griechisch etwas völlig Fremdes studieren, ist es eine Chance, sich z. B. mit philosophischen Fragestellungen und Gestalten, die unsere Geschichte mit geprägt haben, auseinanderzusetzen. Das mag sich zwar nicht in Euro auszahlen, aber für die Entwicklung der Persönlichkeit sehr hilfreich sein. Und das ist wesentlich wichtiger!

6. Was soll vom erlebten Griechischunterricht beibehalten, was soll verändert werden?

Mir scheint es wichtig zu sein, dass der Lehrer von seinem Fach überzeugt ist. Andernfalls hat er keine Begeisterung, die er weiter geben könnte. Notwendig ist, dass sich das Fach mit mehr als der Sprache beschäftigt. Das Fach muss nicht nur das sprachliche Handwerkszeug vermitteln, sondern auch zeigen, was man mit ihr lesen kann. Griechische Philosophie und Literatur. Neues Testament und in einer christlichen Schule auch griechische Theologie müssen zum Fach gehören. Die Verteilung und Verzahnung von beidem ist immer ein Problem. Aber die Sprache muss soweit gelernt werden, dass man mit der Literatur umgehen kann.

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