Raimund Hofmann - Abitur 1990

1. Wie war Ihr akademischer Werdegang?

Studium der Fächer Germanistik, Geschichte und kath. Theologie

2. Welche Position/Funktion haben Sie heute inne?

Ich bin Studienrat am Karlsgymnasium in Bad Reichenhall, außerdem Kreisbeauftragter der Malteser im Landkreis Landsberg/Lech, Rettungsassistent und Trainer für Erwachsenenbildung.

3. Hat Griechisch Ihrer Meinung nach zwischen Bibel und Laptop überhaupt noch Platz?

Dazu kann ich relativ wenig schreiben, weil mir die Hintergründe des Mottos „Mit Bibel und Laptop“ nicht recht klar sind.

Eine wenig fundierte Meinung dazu: ich finde es nicht gut, das Motto des bayerischen Ministerpräsidenten abgewandelt zu übernehmen. Dies hat die Kirche mit ihrer langen Tradition wirklich nicht nötig. Gegen den Strom schwimmen ist gelegentlich besser als Seitenarme zu schaffen, die im Nirgendwo verlaufen.

4. Welche Impulse kann Griechisch aus Ihrer Sicht zur Weiterentwicklung christlicher Schulen leisten?

Das neue Testament ist in Griechisch überliefert. Sollten katholische Schüler nicht davon Kenntnis erhalten?

Außerdem sind die Inhalte doch philosophisch und anthropologisch, also sehr verwandt und nahe zu christlichen Inhalten.

Gerade in der heutigen Zeit muss es einfach Fächer geben, die ein Gegengewicht zur Spaßgesellschaft setzen.

5. Mit welchen Argumenten würden Sie aus Ihrer heutigen Weltsicht Griechisch als 3. Fremdsprache empfehlen?

Zum Fach Griechisch (z. T. auch Latein): Dieses Fach besitzt Wert an sich. Einige Argumente dazu:

  • Die Bildung, welche inhaltlich vermittelt wird, kann kaum in anderen Fächern adäquat dargestellt werden.


  • Die Kenntnisse und die Analyse von Gliedsätzen höherer Ordnung führt zu einem besseren Sprachverständnis. Der Deutschtest der 8. Jahrgangsstufen beweist, dass Lateinklassen wesentlich bessere Deutschkenntnisse besitzen als Englischklassen (die Vergleiche sind am Karlsgymnasium Bad Reichenhall direkt festzustellen).


  • Griechisch kann im Kombination mit Latein eine Lexik vermitteln, die unvergleichlich ist. Der Wortschatz von Schülern wird enorm erweitert, was zu einer Erweiterung des Horizonts führt.


  • Die Entwicklung und Darstellung im Unterricht der griechischen Literatur entspricht der Entwicklung der Jugendlichen vom unkritischen Gefühlsleben zum (hoffentlich) kritischen und mündigen Menschen.

6. Was soll vom erlebten Griechischunterricht beibehalten, was soll verändert werden?

Dazu kann ich wenig schreiben. Mein Unterricht war jedenfalls anstrengend, aber letztlich doch bereichernd und lohnend.

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