Andreas Lübke - Abitur 1995

1. Wie war Ihr akademischer Werdegang?

Nach dem Abitur in St. Ottilien habe ich mich für Elektro- und Informationstechnik an der Technischen Universität München eingeschrieben. Das Studium habe ich mit dem Diplom abgeschlossen.

2. Welche Position/Funktion haben Sie heute inne?

Ich bin Softwareentwickler mit Schwerpunkt System- und Anwendungssoftware bei einem mittelständischen Softwarehaus.

3. Hat Griechisch Ihrer Meinung nach zwischen Bibel und Laptop überhaupt noch Platz?

Seinen Platz verdient es mit Sicherheit. Natürlich sieht man sich gerade in der Schulbildung einer Nützlichkeitsabwägung ausgesetzt; allerdings ist mir nicht ersichtlich, warum diese gerade auf Kosten von Griechisch als Unterrichtsfach gehen sollte. Wie bei vielen anderen Fächern sollte man sich darüber klar sein, dass es nicht jeder wollen und auch nicht jeder benötigen wird. Dem, der sich dafür begeistern kann, wird es aber neue Horizonte öffnen – mehr als die meisten anderen Fächer.

4. Welche Impulse kann Griechisch aus Ihrer Sicht zur Weiterentwicklung christlicher Schulen leisten?

Es dient einerseits der Vermittlung sprachlicher Fertigkeiten, andererseits ist Griechisch als Sprache auch ein Medium für die Weitergabe von wertvollem Gedankengut christlicher wie allgemein philosophischer Art.

5. Mit welchen Argumenten würden Sie aus Ihrer heutigen Weltsicht Griechisch als 3. Fremdsprache empfehlen?

Mit stichhaltigen Argumenten tue ich mir etwas schwer. Ich kann nur für mich sagen, dass das Griechische (ebenso wie das Lateinische) sicher nicht zu den Dingen gehört, auf die ich in den gut achtzehn Jahren meiner Ausbildung hätte verzichten wollen. Es ist Teil der umfassenden Bildung, die mir gegönnt war, und ich möchte es genausowenig missen wie die Kenntnisse über die deutsche Literaturgeschichte, die moderne Physik oder die Shannonsche Informationstheorie.

6. Was soll vom erlebten Griechischunterricht beibehalten, was soll verändert werden?

Die Zeit, in der ich Griechisch gelernt habe, liegt schon etwas zurück. Wie bei anderen Dingen war es mir auch im Griechischunterricht wichtig, für die Phänomene der zu lernenden Sprache eine fundierte Erklärung zu bekommen. Großes Interesse hatte ich auch an der Lektüre von Originaltexten und der damit einhergehenden Vermittlung von Wissen aus der Philosophie, Mythologie und Geschichte.

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