Dr. Stefan Scheingraber - Abitur 19881. Wie war Ihr akademischer Werdegang? Hochschulstudium Humanmedizin und Philosophie, Promotion zum Dr. med., geplante 1 jährige Freistellung zur Habilitation, derzeitig Betreuung von 10 Doktorranden 2. Welche Position/Funktion haben Sie heute inne? Wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Chirurgischen Universiätsklinik als Assistenzarzt 3. Hat Griechisch Ihrer Meinung nach zwischen Bibel und Laptop überhaupt noch Platz? Bibel und Laptop sind keine zwei Gegensätze, zwischen denen man sich aufhalten könnte, sondern nur ein unüberlegter populistischer Ausdruck, insofern ist die Frage unverständlich. Was soll damit gemeint sein? 4. Welche Impulse kann Griechisch aus Ihrer Sicht zur Weiterentwicklung christlicher Schulen leisten? Ist Griechisch ein Charakteristikum einer christlichen Schule oder des humanistischen Gymnasiums? Man sollte nicht zu sehr Antike und Christentum vermengen, da man sonst Gefahr läuft, Christentum als etwas Historisches zu sehen, es vielleicht sogar darauf zu reduzieren. Diejenigen die also so sehr die alten Sprachen im Kontext christlicher Erziehung und Bildung betonen, verpassen den wichtigen Auftrag bzw. das Wesen des Christentum eben auch zeitgemäß, wirklich und lebendig zu sein. 5. Mit welchen Argumenten würden Sie aus Ihrer heutigen Weltsicht Griechisch als 3. Fremdsprache empfehlen? Meiner Ansicht nach sollte man nicht von einer Fremdsprache reden. Man lernt ja auch nicht sprechen, vielmehr denken. Schade fand ich, dass ich, weil ich griechisches Denken kennengelernt habe, auf Französisch als essentielle Fremdsprache verzichten musste. Aus diesem Grunde rate ich heute pragmatisch eher zu französisch. Lieber wäre mir aber, wenn es diesen Gegensatz erst gar nicht gegeben hätte bzw. gäbe. Für mich war der Griechischunterricht die zündende Idee für das Philosophiestudium, dieses wiederum ein wesentlicher Grund für mein ganz eigenes Fortkommen in der Medizin. 6. Was soll vom erlebten Griechischunterricht beibehalten, was soll verändert werden? Bezugnehmend auf Frage 5 müsste viel mehr auf das griechische Denken eingegangen werden. Copyright 1999-2012 by Rhabanus-Maurus-Gymnasium St. Ottilien. Last updated 03.01.04. Impressum. Für Kritik, Anregungen und alles andere mailen Sie bitte an webmaster@ottilien.de. |