Dr. Reinhard Steuer - Abitur 19931. Wie war Ihr akademischer Werdegang? - 7/93 Abitur am Rhabanus Maurus Gymnasium in St. Ottilien - 2/99 1. Juristisches Staatsexamen - 5/01 Promotion zum Dr. iur. an der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg 2. Welche Position/Funktion haben Sie heute inne? - seit 10/00 Rechtsreferendar in Augsburg 3. Hat Griechisch Ihrer Meinung nach zwischen Bibel und Laptop überhaupt noch Platz? Den Spannungsbogen Bibel einerseits und Laptop andererseits empfinde ich als völlig deplatziert. Ich bin der Meinung, dass Griechisch genauso zeitgemäß wie ein Laptop und zeitlos wie die Bibel ist. In einer Zeit in der Wissen weltweit verfügbar ist und jeder von Informationen überschüttet wird, ist der Umgang mit Information entscheidender als die Anhäufung von Wissen. Wer Griechisch gelernt hat, weiß systematisch an Aufgaben heranzugehen und nach dem zu fragen, was hinter der Information steht. Ansonsten kann man keinen griechischen Satz übersetzen. Der noch größere Vorteil von Griechisch ist aber, dass es Fächer übergreifend ist. Die Grundlagen der Philosophie, Literatur, Kunst, Architektur und nicht zuletzt des Staatswesens in unseren Breitengraden stammen aus der griechischen Kultur. Griechisch lehrt, komplexe Lebenssachverhalte leicht zu erfassen. In einer Gesellschaft, in der nur „Fachidioten“ von der Universität ausgespuckt werden, ist die Fähigkeit über den Tellerrand blicken zu können, stark gefragt, wenn es darum geht, funktionsfähige Ergebnisse hervorzubringen. 4. Welche Impulse kann Griechisch aus Ihrer Sicht zur Weiterentwicklung christlicher Schulen leisten? Griechisch ist die richtige Antwort auf die bildungspolitischen Fragen von heute. Wer im Informationszeitalter dabei sein will, muss mit Information umgehen können. Dies lehrt Griechisch besser, als jedes andere Schulfach. Und Werte werden dabei fast nebenbei vermittelt. Was ist das Prädikat von christlichen Schulen, wenn nicht zeitgemäß und zugleich werteorientiert zu sein. Daher ist Griechisch unverzichtbares Merkmal einer besonderen Schule, die sich wohltuend von der Bildungsinflation an manchen staatlichen Gymnasien abgrenzt. 5. Mit welchen Argumenten würden Sie aus Ihrer heutigen Weltsicht Griechisch als 3. Fremdsprache empfehlen? Wer nach kurzfristigen Profit geht und immer nur nach dem „was bringt es mir“ fragt, sollte Griechisch meiden. Wer verstehen will, was hinter den Dingen steht, und dies systematisch sich erarbeiten will, wird Griechisch lieben. 6. Was soll vom erlebten Griechischunterricht beibehalten, was soll verändert werden? Das überdurchschnittlich hohe Engagement der Griechischlehrer - man merkt, wie sie um jeden Schüler kämpfen - sollte unbedingt beibehalten werden. Es sollte mehr Wert auf Verständnis von Texten, als auf stupides Auswendiglernen von Vokabeln, die man eh schnell wieder vergessen hat, gelegt werden. Copyright 1999-2012 by Rhabanus-Maurus-Gymnasium St. Ottilien. Last updated 03.01.04. Impressum. Für Kritik, Anregungen und alles andere mailen Sie bitte an webmaster@ottilien.de. |