"Promis" und Griechisch

  • Dirigent Nicolaus Harnoncourt über Erziehung und Kunst: "Für mich sind die alten Erziehungssysteme, in denen die Kunst mindestens ein Drittel bis zur Hälfte ausgemacht hat, richtig. Es ist nicht so wichtig, den Menschen fit zu machen fürs praktische Leben. Alle Unterrichtsinstitutionen, die nur den zur Arbeit verfluchten Menschen im Auge haben: Da liegt die Katastrophe. Das Andere, das nicht praktisch Brauchbare, das nicht Zweckgebundene, das ist das Eigentliche. Dort ist der Mensch Mensch." (aus SZ 06.12.99)

  • Frank Elstner "schwärmt immer noch von der griechischen Tragödienliteratur und dem ersten Kontakt mit den Kulturstätten Griechenlands, die ihn sehr beeindruckt hätten."

  • Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der BMW AG und jetzige Vorstandsvorsitzende der VW AG, Bernd Pischetsrieder, betont, dass für ihn neben "der Freude an einer schönen Sprache" und dem "logischen Satzbau" vor allem der "Zwang zum bewussten Lesen" zählt.

  • Für den Unternehmer Claus Hipp und für Heinrich von Pierer, den Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG, sind Latein und Griechisch so wertvoll, dass sie ihre Kinder auf ein humanistisches Gymnasium schickten.

  • Gleiches beabsichtigen die Zwillinge Bengt und Björn Zikarsky, Weltmeister mit der 4 x 50-m-Freistilstaffel und Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992, denn "die humanistische Bildung prägt in einer Weise, die jeder selbst erfahren sollte".

  • Und Michael Schneidawind, Eishockeystar mit mehr als 50 Länderspielen, hob die Rolle hervor, die den klassischen Sprachen in einem vereinten Europa zukommen: "Die Griechen sind wie die Römer Baumeister des modernen Europa. Wer Europa verstehen will, kann auf Roms und Athens Dichter und Denker nicht verzichten."

  • Eine Aussage wie diese von Fred Kogel, SAT.-1-Programmchef, findet sich in fast allen Briefen (...), "dass die humanistische Bildung nicht nur eine breite Allgemeinbildung, sondern auch zu souveränem Umgang mit Sprache, zu Kreativität und kritischer Distanz erzieht".
Quelle:
Befragte Promis sind sich einig - Franz-Ludwig-Gymnasium startete Umfrage zu den klassischen Sprachen. Bamberg: Fränkischer Tag (ft), Ausgabe 17.02.2000, S. 14

  • "... wir dürfen auch nicht tatenlos zusehen, wie die herrlichen Sprachen der Antike zu toten oder fremden Sprachen degenerieren, nur weil wir den direkten Nutzen nicht mehr erkennen. Wer weiß, daß die älteste uns bekannte Demokratie in Athen war, wer weiß, daß die Juristen viel aus dem römischen Recht übernommen haben, daß die Theologie in diesen Sprachen denkt, daß die Medizin sich in vielem an sie anlehnt, der wird sich auch heute neben einer naturwissenschaftlichen auch für eine humanistische Bildung aussprechen können. ..." (Johannes Rau)

  • "Auch ich habe in der Schule Griechisch gelernt, und ich habe es weder damals, noch später bereut, im Gegenteil. Vom hohen Wert des Griechisch-Unterrichts auch in unserer heutigen Zeit bleibe ich überzeugt. Sprache und Sprachgefühl, Dichtung, Geschichtsbewusstsein und Schicksal, Humanität und Transzendenz: das ganze menschliche Leben hat für mich in keinem anderen Fach eine solche Einprägsamkeit gewonnen. Einem vierzehnjährigen Schüler würde ich deswegen raten, Griechisch zu lernen, und wenn er schon damit begonnen hätte, würde ich ihn zu seiner Entscheidung beglückwünschen..." (Richard von Weizsäcker)

  • "... bin ich doch davon überzeugt, dass gerade in der heutigen Zeit auf das Erlernen einer alten Sprache, wie z.B. des Griechischen, nicht verzichtet werden sollte. Insofern kann ich euch nur in eurem Entschluss bestärken, denn ich persönlich bin der Ansicht, dass gerade alte Sprachen ein gutes Fundament darstellen, um darauf aufbauend andere Fremdsprachen zu erlernen ..." (Ferdinand Piech)

  • " ... Wenn jemand eine fremde Sprache lernt, lernt er nicht nur Wörter und Grammatik, vielmehr gewinnt er vor allem Einsicht in das Denken und Empfinden eines Volkes sowie in dessen Kultur und Geschichte. Das Erlernen der griechischen Sprache öffnet demzufolge den Blick für die griechische Kultur, die eine wesentliche Grundlage der gesamten abendländischen Kultur darstellt. Die Wiege Europas und der Demokratie steht in Griechenland. Ich kann einem sprachbegabten Schüler nur raten, Griechisch zu lernen. Dadurch wird sein geistiger Horizont erweitert. Das Verstehen der griechischen Kultur und Geschichte ist ein bedeutsamer Bildungsfaktor ..." (Der Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter)
Quelle:
Robert Biedermann: Das Fach Griechisch: Schüler fragen - Prominente antworten. In: Anregung 1990 (Heft 1) S. 32 ff.
Vergleiche auch: http://rzserv2.fh-lueneburg.de/u1/gym03/homepage/faecher/griechis/griheute.htm

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