Berichte zum Compassion-Praktikum 2010Sozialpraktikum der 10. und 11. Jahrgangsstufe (Herr Gänsler) Am Ende des vergangenen Schuljahres haben die SchülerInnen der 10. und 11. Jahrgangs- Stufen im Rahmen des Compassion-Projektes ein soziales Praktikum absolviert, das aus Termingründen nicht wie üblich zwei Wochen dauerte, sondern nur 5 Tage (Q 11) bzw 8 Tage (10. Jahrgangsstufe). Nachfolgend einige Auszüge aus den Praktikumsberichten, die deutlich machen, dass die SchülerInnen wichtige und wertvolle Erfahrungen machen konnten, auch wenn die Arbeit für viele nicht immer einfach war. „ Im Zuge des Compassion-Projektes hatte ich die Möglichkeit, den Kindergarten einmal aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Ich durfte mein Praktikum im Waldorf-Kindergarten Marthashofen machen, einem integrativen Kindergarten mit anthroposophischer Ausrichtung. Zu der Einrichtung gehören unter Anderem auch Behinderten-Einrichtungen und ein Altenheim, so dass die Kinder ganz selbstverständlich an den Umgang mit pflegebedürftigen Menschen herangeführt werden. Meine Aufgaben bestanden in der Unterstützung der beiden Erzieherinnen, die zusammen mit einem weiteren (während meines Praktikums faktisch nicht anwesenden) Praktikanten für die Betreuung von insgesamt 23 Kindern im Alter von 3 – 7 Jahren zuständig waren. So musste ich zum Beispiel mit den sieben Vorschulkindern ihre Schultüten basteln, wobei die Arbeitsverteilung je nach Motivation des jeweiligen Kindes mehr bei mir oder mehr beim Kind selbst lag. Auch bei der Zubereitung der gemeinsamen Mahlzeiten war ich jeden Tag beteiligt.... . Selbstverständlich gehört zum Essen auch das Abspülen danach (vor allem für die Praktikanten). Aber ich hatte immer sehr tatkräftige (mehr oder weniger freiwillige ) Hilfe von den Kindern. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die offene und unvoreingenommene Art, mit der mir die Kinder begegnet sind und die Herzlichkeit, mit der sie mich in ihren Kreis aufgenommen haben (mindestens ein Kind hing ständig an meinem Bein und beim Waldspaziergang waren die Plätze an meinen Händen heiß umkämpft). Vor allem habe ich nach dieser Woche eine große Hochachtung vor der Arbeit der beiden Erzieherinnen gewonnen, die mit viel Liebe und Geduld versuchen, jedem Kind mit seinen persönlichen Stärken und Schwächen gerecht zu werden und es zusätzlich dabei nach Kräften zu fördern, während sie aber gleichzeitig auf die Gruppe als Ganzes achten müssen und zahlreiche administrative Tätigkeiten nebenher zu erledigen haben (ganz zu schweigen von den zahlreichen Elterngesprächen zwischen Tür und Angel und einer überkochenden Milch auf dem Herd).“ „Während des Compassion-Projekts hatte ich die Möglichkeit in eine Grundschulklasse mit behinderten Kindern hineinzuschnuppern. Diese Klasse befindet sich in der Grundschule Kaufering und ist eine ausgelagerte Klasse der Regens-Wagner-Schule in Holzhausen. Sieben Kinder besuchen diese Klasse, von denen 5 Kinder das Down-Syndrom haben, ein weiteres Kind im Säuglingsalter epileptische Anfälle hatte und deswegen in seinen geistigen Fähigkeiten eingeschränkt ist und ein Kind, das sowohl körperlich als auch geistig behindert ist. Meine Aufgaben in der Integrativen Klasse lagen darin, mich mit den Kindern zu beschäftigen, also mit ihnen zu basteln, zu malen, zu spielen und die jeweiligen Betreuer zu unterstützen... . Für Kinder mit Down-Syndrom ist ein geregelter Tagesablauf oder die Sitzordnung am Tisch von großer Bedeutung. Ich durfte die Kinder auch begleiten, als am Freitag die Ergo- und Physiotherapeutinnen kamen, denen ich bei ihrer Arbeit zusehen konnte. Jeder einzelne Schüler erhielt seine spezielle Behandlung, der jeweiligen geistigen Reife angepasst. Insgesamt kann ich sagen, dass mir die Zeit während des Compassion-Projekts unglaublich gut gefallen hat, aber um die Berufe richtig kennen zu lernen waren 5 Tage einfach zu wenig. Ich bin auch nett verabschiedet worden und habe das Angebot bekommen, im Falle eines Lehramtstudiums mein Orientierungspraktikum wieder in dieser Einrichtung absolvieren zu können.“ „Ich habe mein Sozialpraktikum in der Wohngruppe 1 im Pflegezentrum St. Agnes in Mering absolviert. Dort werden ältere Menschen, die alleine nicht mehr zurechtkommen und größtenteils an Demenz leiden und an den Rollstuhl gefesselt sind, betreut. Zu meinen Aufgaben zählten das Überziehen der Betten, das Verteilen und Eingeben von Getränken und Essen, das Begleiten von Bewohnern zu Veranstaltungen, das Verteilen der sauberen Wäsche und die Unterstützung der Betreuungshelferin, die mit verschiedenen Spielen die Bewohner beschäftigt. Da viele der Bewohner kaum mehr fähig waren zu sprechen, manche auch während des Tages schliefen oder Löcher in die Luft starrten, herrschte dort fast den ganzen Tag Stille, die auf Dauer sehr bedrückend war. Das triste Dasein der Menschen in einem solchen Heim hat mich sehr schockiert, da jeder Tag gleich ist, die Menschen selbst fast nichts mehr machen können, teilweise auch wie kleine Kinder behandelt werden (müssen) und einfach eine Stille herrscht, die ich persönlich nicht aushalten könnte. Deshalb bin ich mir sicher, dass dies kein Job für mich wäre, weil ich mit dem Leid und der Einsamkeit der Menschen auf Dauer schlecht umgehen könnte.“ „Das Sozialpraktikum im Altenheim in Jesenwang war am Anfang für mich schwierig, da ich nicht wusste, wie ich die kranken und alten Leute ansprechen, anfassen und mit ihnen umgehen sollte. Die Scheu vor den Bewohnern legte sich aber mit der Zeit, viele nahmen mich freundlich auf und waren froh, mich sehen zu können. Es gab aber auch Leute, die gar nicht erfreut waren über meinen Besuch, sie kannten mich nicht und ich war für sie fremd. Doch gegen Ende meines Praktikums kam ich mit allen Bewohnern klar und es machte mir auch Spaß mit ihnen zu arbeiten.... . Die Woche hat mir trotz mancher Anfangsschwierigkeiten gut gefallen, doch das Praktikum hätte ruhig noch länger dauern können, denn gerade am Ende der Woche hatte ich mich an die Arbeit gewöhnt und auch die alten Leute an mich. Sie bedauerten an meinem letzten Tag, dass ich wieder gehen musste.“ „Ich habe mein Sozialpraktikum bei der Stiftung Kinderhilfe in Fürstenfeldbruck absolviert, das ist eine heilpädagogische Tagesstätte für geistig behinderte Kinder und Jugendliche. Über Bekannte bin ich auf diese Sozialeinrichtung gestoßen und ich habe mich aufgrund ihrer Empfehlungen bei der Einrichtung beworben. Mein erster Eindruck bei meiner Vorstellung dort war recht positiv, die Einrichtung ist extrem gut organisiert und es wird individuell auf die Behinderungen oder, wie ich nach meinem Praktikum fast eher sagen würde, auf die Einschränkungen der Kinder eingegangen. An meinem Ersten Tag hat sich dieser Eindruck weiter bestätigt. Die Gruppenleiter (insgesamt drei) und die Gruppe (insgesamt 8 Kinder mit unterschiedlicher Einschränkung) sind ausgesprochen nett und die Gruppe ist zum Teil sogar viel „menschlicher“ als Menschen ohne Behinderung.... . Ich habe in der Tagesstätte, auch wenn sich das Praktikum nur über einen sehr kurzen Zeitraum erstreckte, viel über den Umgang mit geistig behinderten Kindern gelernt und kann für mich selbst sehr viel von der Woche „mitnehmen“. Ich konnte auch Vorurteile, die ich zuvor gegenüber solchen Menschen gehabt habe, da ich noch nie mit einer derartigen Gruppe in Kontakt war, abbauen und mir selbst ein Bild davon machen, wie geistig behinderte Menschen ihr Leben meistern und wie glücklich und fröhlich sie auch trotz ihrer Behinderung sein können. In diesem Punkt können wir von diesen Menschen lernen, weil sie viele Aspekte des Lebens leichter nehmen und sich somit nicht unnötig selbst unter Druck setzen.Und jedem Menschen, der sich in dieser Richtung sozial engagiert, gebührt meine vollste Anerkennung, da dieser Job einem manchmal alles abverlangen kann. Die fünf Tage haben mir also sehr gut gefallen und ich könnte mir z.B. eine ehrenamtliche Beschäftigung im sozialen Bereich einmal auf jeden Fall vorstellen.“ Berichte zum Compassion-PraktikumRückblick auf das Sozialpraktikum der 11. Jahrgangsstufe (Herr Gänsler, Frau Karmann) Am Ende des letzten Schuljahres hatten die SchülerInnen der 11.Jahrgangsstufe
ein Sozialpraktikum absolviert. Sie konnten dabei in verschiedenen sozialen
Einrichtungen interessante und teilweise recht beeindruckende Erfahrungen
machen. Caritas-Werkstatt für behinderte Menschen in Fürstenfeldbruck Bei meinem Sozialpraktikum vom 9.Juli bis 20. Juli konnte ich viele
Erfahrungen durch die Arbeit mit Behinderten sammeln. Schon sehr bald
merkte ich, dass der Umgang mit behinderten Menschen sehr viel Geduld
erfordert. Dabei wurde mir auch klar, wie froh und dankbar diese Menschen
waren, jemanden zu haben, mit dem sie reden konnten, der ihnen zuhörte
und Ratschläge gab. Bei diesen Gesprächen traten die Behinderten
ganz unbefangen auf und erzählten auch private Dinge und Probleme,
obwohl sie mich erst seit kurzer Zeit kannten. Beim Sommerfest, dem sie
schon eine Woche vorher entgegen fieberten, haben sie ausgelassen getanzt
und alle haben eifrig zu einem gelungenen Fest beigetragen (z.B. Theatergruppe). Katholisches Kinderheim Augsburg-Hohenzoll e.V. In der Internatsgruppe Tabaluga wohnen zehn hörgeschädigte
Kinder (Hörgerät, Chip unter der Kopfhaut), die abwechselnd
von zwei Erzieherinnen betreut werden. Wohnstift Augustinum in Diessen Ich habe einige Tage in der Pflege gearbeitet, d.h. beim Waschen der
alten Menschen helfen, die das nicht mehr alleine können, anschließend
eincremen und anziehen. Die Arbeit begann um 6.00 Uhr und endete um 13.00
Uhr. Ich hatte somit das Leid der Menschen, die nichts mehr selbständig
machen können, direkt vor Augen und ich wurde auch häufig mit
dem Thema Tod konfrontiert, da sie oft sagten, dass sie am liebsten gleich
sterben wollen. Ich wurde jeden Tag einem Pfleger oder einer Pflegerin
zugeteilt, denen ich bei der Arbeit geholfen habe. Die ersten Tage waren
sehr hart, da ich anfangs echte Schwierigkeiten hatte, BRK- Sozialstation in Herrsching Die ersten drei Tage sah ich meistens nur zu und machte einfache
Handgriffe wie z.B. die Haut der pflegebedürftigen Menschen eincremen; doch
danach durfte ich die Leute auch alleine duschen, anziehen etc.. Während
ich anfangs noch ziemliche Hemmungen hatte die Leute zu berühren,
verlor ich diese in den zwei Wochen sehr schnell. Rettungswagen der BRK- Rettungswache Seefeld Im Rahmen meiner derzeitigen Ausbildung zum Rettungssanitäter leistete
ich mein Sozialpraktikum auf dem RTW (Rettungswagen) der BRK-Rettungswache
Seefeld des Kreisverbandes Starnberg ab. Es war zwar nicht das erste
Mal, dass ich im Rettungsdienst gefahren bin, allerdings das erste Mal
2 Wochen ununterbrochen, was ich als relativ anstrengend empfand. Aufgrund
meiner bereits vorhandenen rettungsdienstlichen Ausbildung spielte ich
nicht nur die Rolle des Betrachters, sondern durfte einen großen
Teil der Patientenversorgung übernehmen. Ich hatte stets einen netten,
erfahrenen sog. Lehrrettungsassistenten an meiner Seite, welcher
mir bei Problemen und Fragen sofort zur Seite stand, mich verbesserte
und auch außergewöhnliche Einsätze mit mir im Nachhinein
besprach. Das Einsatzaufkommen war täglich völlig unterschiedlich;
es variierte von einem Einsatz in der Schicht bis zu acht Einsätzen
und von Augenverletzungen über Herzinfarkt bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand. Kreisseniorenheim Theresienbad in Greifenberg In meinem zweiwöchigen Praktikum bin ich mit dem Leid aber
auch mit der Freude und dem Lebensmut vieler alter Menschen konfrontiert
worden. Behindertenwerkstätte der Caritas in Fürstenfeldbruck Mit gespannter Erwartung, aber auch der Angst, etwas falsch zu machen
begann am Montag, den 9.Juli mein Sozialpraktikum. Zunächst war
alles etwas ungewohnt. Zwei weitere Praktikantinnen und ich wurden den verschiedenen
Gruppen zugeordnet und dort von den Betreuern in unser Aufgabengebiet
eingewiesen. Demenzstation des Wohnstifts Augustinum in München „Schwester, HILFE!“, mit diesem Ausruf eines Bewohners fing
mein erster Tag im „Treffpunkt“, der Demenzstation des Augustinums
an. Eine kleine, zierliche Frau bewegte sich mit ihrem Gebiss in der
Hand auf mich zu und bat mich, ihr beim Einsetzen zu helfen. Ich, gerade
erst in den Räumlichkeiten angekommen, war zuerst etwas entsetzt
und verwirrt, als ich nun mit dem Gebiss in der Hand da stand und die
kleine Frau erwartungsvoll mit offenem Mund auf mich wartete. Zum Glück
kam mir eine Pflegerin zu Hilfe. Sie setzte die Frau erst einmal behutsam
auf einen Stuhl, fragte nach ihrem allgemeinen Befinden und setzte dann
vorsichtig mit erklärenden Worten zu mir gewandt das Gebiss ein.
So war ich für das nächste Mal vorbereitet und bekam gleich
einen Eindruck von dem, was mir in den folgenden Tagen bevorstehen würde. Tips für unsere Nachfolger im Praktikum:
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