| |
Ein
Rückblick auf die Entstehung des
Tagesheims
Jahresbericht 1971/72
Der Jahresbericht des RMG aus dem Schuljahr 1971/72 bringt
uns einige interessante Hinweise über die Entstehung des
Tagesheims. Die einstige Seminarschule war offensichtlich damals vor
neue Fragen gestellt. Der damalige Leiter der Schule P. Bernward Zint
berichtet: "Wie schon erwähnt, hat sich der Schulträger (die
Erzabtei St. Ottilien) im Laufe des vergangenen Jahres (1971) dazu
entschlossen, unsere Heimschule auch für externe Schüler,
beginnend mit der 5.Klasse, zu öffnen, nachdem immer wieder aus
der Elternschaft der Umgebung solche Wünsche vorgebracht worden
waren.
Insbesondere besteht offensichtlich ein starkes Bedürfnis nach
Betreuung der kleinen Gymnasiasten zur Aufgabenüberwachung am
Nachmittag (=Tagesheimschule). Fast alle Eltern der Externen legten
darauf Wert, dass die Kinder auch nach der Schule im Internat bleiben,
das Mittagessen einnehmen und Sport und Studium der
Internatsschüler mitmachen. Erst gegen Abend kehren sie nach Hause
zurück." Soweit P. Bernward. Dazu muss ich ergänzen, dass zur
damaligen Zeit ausschließlich externe Buben am Internatsleben
teilnahmen.
|
|
|
Jahresbericht
1972/73
Im Jahresbericht des Schuljahres 1972/73 schreibt der
Schuldirektor P. Bernward unter der Überschrift "Das kommende
Schuljahr" im Punkt 4 folgendes: "Eine umstrittene Neuerung wird im
kommenden Schuljahr (also 1973/74) die Aufnahme von Mädchen in die
unterste Klasse sein. Schon seit Jahren traten Eltern an unsere Schule
mit der Bitte heran, doch auch Mädchen als externe
Schülerinnen zuzulassen, und mit Tatkraft und Zivilcourage trugen
sie ihre Bitten und Gründe dem Schulträger, d.h. Vater Erzabt
Suso Brechter vor. Nachdem ihnen im letzten Jahr noch kein Erfolg
beschieden war, haben sie nun die Festung doch erstürmt."
Daß tatsächlich großes Interesse an der Öffnung
der Schule für Mädchen besteht, beweist die Zahl der
angemeldeten 23 Schülerinnen allein für die unterste Klasse.
Für die Schule ergibt sich damit natürlich auch das Problem,
durch bauliche Änderungen (z.B. WC) der neuen Lage Rechnung zu
tragen und besonders auch für den Sport- und Handarbeitsunterricht
(je 2 Wochenstunden) die geeigneten Lehrkräfte zu finden."
Die 84 Schülern der Klassen 5A und 5B des Schuljahres 1973/74
setzten sich dann tatsächlich aus 24 Mädchen und 60 Buben
zusammen. Damit eröffnete aber die Schule auch
evangelisch-christlichen Schülern den Einstieg ins Ottilianer
Gymnasium (zwei evangelische Mädchen).
|
|
|
Jahresbericht 1973/74
Mein
Vorgänger P. Walter hat im Jahresbericht 1973/74 einen Beitrag zum
Tagesheim geschrieben, worin er über die Entwicklung desselben
berichtet: "Vor drei Jahren (1971) boten wir noch zögernd einigen
Schülern die Möglichkeit, den Nachmittag im Internat zu
verbringen und am Abend nach Hause zu fahren. Aus diesem Anhängsel
an das Internat ist sehr rasch eine eigene Einrichtung geworden: das
Tagesheim.
Im vergangenen Schuljahr bestand eine der beiden Anfangsklassen (5A)
sogar nur aus Tagesheimschülern; es waren 42, darunter erstmals 18
Mädchen ... Unser Tagesheim hat sich aus dem Internat heraus
entwickelt und ist diesem zu großen Dank verpflichtet; denn es
mußte nicht mit gutgemeinten Theorien experimentieren, sondern
konnte die Tradition und die Erfahrung eines bewährten Internates
als Grundlage übernehmen." Von den insgesamt 300 Schülern
waren 217 Internats- und 35 externe Schüler und 48
Tagesheimschüler.
|
|