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historisch . jahreschroniken . fotoarchiv 1899-1970



TAGESHEIM ST. OTTILIEN HISTORISCH

Auf dieser Seite finden  Sie zum einen den Rückblick auf die Gründungsjahre des Tagesheims von P. Vianney Meister OSB und zum anderen den Link zu den Jahreschroniken des Tagesheimleiters Br. David Gantner OSB sowie Bilder aus dem Fotoarchiv von den Anfängen als "Missionsseminars" 1899 bis 1970.

Am 24. Oktober 2006 ist der Gründer und langjährige Leiter des THSO verstorben. Hier finden Sie den Nekrolog (als PDF-File).

P. Walter +







 

Ein Rückblick auf die Entstehung des Tagesheims


Jahresbericht 1971/72

Der Jahresbericht des RMG aus dem Schuljahr 1971/72 bringt uns einige interessante Hinweise über die Entstehung des Tagesheims. Die einstige Seminarschule war offensichtlich damals vor neue Fragen gestellt. Der damalige Leiter der Schule P. Bernward Zint berichtet: "Wie schon erwähnt, hat sich der Schulträger (die Erzabtei St. Ottilien) im Laufe des vergangenen Jahres (1971) dazu entschlossen, unsere Heimschule auch für externe Schüler, beginnend mit der 5.Klasse, zu öffnen, nachdem immer wieder aus der Elternschaft der Umgebung solche Wünsche vorgebracht worden waren.

Insbesondere besteht offensichtlich ein starkes Bedürfnis nach Betreuung der kleinen Gymnasiasten zur Aufgabenüberwachung am Nachmittag (=Tagesheimschule). Fast alle Eltern der Externen legten darauf Wert, dass die Kinder auch nach der Schule im Internat bleiben, das Mittagessen einnehmen und Sport und Studium der Internatsschüler mitmachen. Erst gegen Abend kehren sie nach Hause zurück." Soweit P. Bernward. Dazu muss ich ergänzen, dass zur damaligen Zeit ausschließlich externe Buben am Internatsleben teilnahmen.


 

Jahresbericht 1972/73

Im Jahresbericht des Schuljahres 1972/73 schreibt der Schuldirektor P. Bernward unter der Überschrift "Das kommende Schuljahr" im Punkt 4 folgendes: "Eine umstrittene Neuerung wird im kommenden Schuljahr (also 1973/74) die Aufnahme von Mädchen in die unterste Klasse sein. Schon seit Jahren traten Eltern an unsere Schule mit der Bitte heran, doch auch Mädchen als externe Schülerinnen zuzulassen, und mit Tatkraft und Zivilcourage trugen sie ihre Bitten und Gründe dem Schulträger, d.h. Vater Erzabt Suso Brechter vor. Nachdem ihnen im letzten Jahr noch kein Erfolg beschieden war, haben sie nun die Festung doch erstürmt."

Daß tatsächlich großes Interesse an der Öffnung der Schule für Mädchen besteht, beweist die Zahl der angemeldeten 23 Schülerinnen allein für die unterste Klasse. Für die Schule ergibt sich damit natürlich auch das Problem, durch bauliche Änderungen (z.B. WC) der neuen Lage Rechnung zu tragen und besonders auch für den Sport- und Handarbeitsunterricht (je 2 Wochenstunden) die geeigneten Lehrkräfte zu finden."

Die 84 Schülern der Klassen 5A und 5B des Schuljahres 1973/74 setzten sich dann tatsächlich aus 24 Mädchen und 60 Buben zusammen. Damit eröffnete aber die Schule auch evangelisch-christlichen Schülern den Einstieg ins Ottilianer Gymnasium (zwei evangelische Mädchen).





Jahresbericht 1973/74

Mein Vorgänger P. Walter hat im Jahresbericht 1973/74 einen Beitrag zum Tagesheim geschrieben, worin er über die Entwicklung desselben berichtet: "Vor drei Jahren (1971) boten wir noch zögernd einigen Schülern die Möglichkeit, den Nachmittag im Internat zu verbringen und am Abend nach Hause zu fahren. Aus diesem Anhängsel an das Internat ist sehr rasch eine eigene Einrichtung geworden: das Tagesheim.

Im vergangenen Schuljahr bestand eine der beiden Anfangsklassen (5A) sogar nur aus Tagesheimschülern; es waren 42, darunter erstmals 18 Mädchen ... Unser Tagesheim hat sich aus dem Internat heraus entwickelt und ist diesem zu großen Dank verpflichtet; denn es mußte nicht mit gutgemeinten Theorien experimentieren, sondern konnte die Tradition und die Erfahrung eines bewährten Internates als Grundlage übernehmen." Von den insgesamt 300 Schülern waren 217 Internats- und 35 externe Schüler und 48 Tagesheimschüler.






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